Feb 11

Vehlängerung, bitte!

Lieber Armin,

wir vehstehen ja, dass Du erst die 40 Punkte vollmachen willst. Und wir vehstehen auch, dass Du perspektivische Konzepte für die Zukunft der Eintracht vehmittelt haben willst, bevor Du deinen ‘Armin’ unter einen neuen Vehtrag setzt.

Aber schau, Rode ist nächstes Jahr auf jeden Fall da, das hat Heribert schon vielfach und mit Nachdruck vehkündet. Das ist doch schonmal was. Und Jung wird auch kein Ochs sein. Schon gar nicht, wenn seine Eintracht im Eurobbabogaal spielt – das wird er sich nicht nehmen lassen. Wenn es denn so kommt.

Und auch die andern – das sind alles deine Frankfurter Jungs, der Kevin, der Otze, der Bembel und der Zampano, der Attacki, der Ballaigner, der Schwelger und der Fußballgott, und klar, jetzt auch der Laki Luke. Die hast Du alle vehbessert, die vehstehen dich und Du vehstehst sie.

Also bitte, Armin, vehlänger doch schnell deinen Vehtrag. Das ist auch für die Jungs und Rodes das richtige Zeichen, dass dieser Traditionsvehein sich weiterentwickeln will. Andernfalls droht uns der Ausvehkauf, und das willst Du doch auch nicht nach all der Arbeit, die Du hier invehstiert hast.

Denk auch daran – ein solches Vehtrauensvehältnis wie deins zum Bruno und zum Heribert, das ist einem in anderen Veheinen nicht unbedingt genauso vehgönnt. Schon gar nicht auf Schalke, außerdem schmeckt Schobbe doch viel besser als Vehltins.

Also Armin, vehzücke uns und unterschreibe einen neuen Vehtrag!

Deine Vehns

PS – bitte vehzeih uns die Schreibvehler.

Jan 30

Magisches Tage-Viereck

Diese Woche gibt’s ein Schobbeblogger-Special zum magischen Tage-Viereck der letzten Woche. Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag spielten sich die Bälle zu, dass das Eintracht-Herz nur so lachte.

Mittwoch

Eine gar nicht kleine, aber dennoch feine Delegation des EFC Schobberobber traf sich also am Mittwoch so um viertel nach 10 am Theater- neudeutsch Willy-Brandt-Platz, zwischen U-Bahn und Eingang im nasskalten Frankfurt. Die zwei ersten wurden zufälliger Weise noch von Matze Thoma, Heribert Bruchhagen und Axel Hellmann per Handschlag begrüßt, nicht unbedingt aus alter Verbundenheit sondern eher weil man zufällig gemeinsam eintraf. Nachdem die Offiziellen im Schauspiel verschwunden waren trafen weitere Robber ein und eilig wurden die frisch gedruckten Retroshirts mit der Silhouette von Bum Kun Cha darauf verteilt – die Eintrachtlegendensäulenpaten waren bereit.

In der Panoramabar – oder war es gar an der Panoramabar – gab es ein erstes Stelldichein mit der Presse, die Gefallen an den Fans mit dem Bum Kun-Konterfei fand. Aber viel uffgereschter beäugten die Schobberobber ihre Eintracht-Idole, die nach und nach eintrudelten. Der Grabi, der am gleichen Tag Geburtstag hat wie der EFC-Präsident (07.07.) und dessen Starschnitt im Backstage nicht selten bekniet oder besungen wurde, der war da. Der Holz, der Charly und der Zico waren auch da. Und schließlich der Tony – unser Yeee-boo-aaah! – mit seiner Tochter Shereena und dann auch endlich Bum Kun Cha mit seiner Frau. Leicht ungeduldig erließ man die Begrüßungsreden über sich ergehen und dann ging es endlich in den Untergrund, zu den Säulen der Eintracht.

Da war es etwas chaotisch und unkoordiniert, es war aber auch viel Presse da, und keiner wusste so recht wohin mit sich, die ein- und ausfahrenden U-Bahnen taten ihr Übriges. Die Legenden wurden jeweils vor ihrer Säule platziert und gaben dort Interviews, und die Schobberobber platzierten sich in Lauerstellung bei Bum Kun und seiner Folgschaft. Dann war es so weit, sein Interview fertig und der Weg frei – nachdem die Säulenpatenschaft anhand der T-Shirts vermittelt war posierte der „Freund aus dem Osten!“ freudestrahlend mit den Robbern und gab mit Hingabe Autogramme auf die Shirts. Die Gattin des Helden – Oh Un Mi – knipste begeistert mit ihrem Handy zahlreiche Bilder, wie später zu erfahren war gingen diese nach Südkorea zu Sohnemann Du-Ri der prompt nachfragte, ob denn ein solches Shirt für ihn übrig sei.

Auch mit Anthony wurden noch Gruppenaufnahmen gemacht und mit diversen anderen Legenden, die Autogrammmappen und Eintrachtbücher füllten sich mit Signaturen und die SGE-Herzen der Schobberobber mit Wärme. So ganz realisierte man nicht, was sich da gerade abspielte, und trotz der formidablen Saison der aktuellen Mannschaft regte sich die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten, nostalgisch verklärt aber doch gerade zum Greifen nah. Die EFC-Delegation löste sich nach und nach auf, ein jeder mit einem verträumten Lächeln auf dem Gesicht und mächtig Adlerstolz in der Brust. Das ist schwer zu toppen, dachte ich noch.

(Quelle Fotos: A2bildagentur)

VIDEO: BEITRAG HESSENSCHAU

VIDEO: BEITRAG RTL HESSEN – inkl. Abbelwein aus Ghana

FR-BERICHT “DREAM TEAM IM SCHACHT” MIT FOTOSTRECKE

BILDERGALERIE HR1

VIDEO SPIELZUG

Donnerstag

Doch schon am nächsten Abend spazierte ich im Business-Bereich des Waldstadions mit einem Retroshirt für Du-Ri und alten SGE-Magazinen bewaffnet in eine Loge der Eintracht. Es war halb sieben, in etwa einer Stunde ging eine Veranstaltung des Museums los – zu Gast zwei Säulen der Eintracht: Anthony Yeboah und Bum Kun Cha. Tony saß in ebenjener Loge, in die ich gemeinsam mit Bernie vom Eintracht-Internet-Team und Philipp Reschke von der Eintracht spazierte. Vor noch nicht mal einer Woche hatte Matze vom Museum mich gefragt, ob ich denn für Tony ins und aus dem englischen übersetzen könnte – und nun saß er vor mir. Yeboah! Mein Held der 90ger! Daß ich zu Tony einmal „Hello, I’m your translator!“ sagen würde – wer hätte das für möglich gehalten?

Ein Glück gab es hauptsächlich ein Thema: Fußball. Wir sprachen darüber, dass er bei all seinen Erstliga-Teams also in Frankfurt, Leeds und Hamburg jeweils Papa geworden war – sein Frankfurder Mädsche Shereena saß ja neben ihm – und über die WM 2006, bei der er im Frankfurter Stadion Spiele gesehen hatte. Ich erzählte ihm, dass ich am Abend zuvor Berichte über die Säulen der Eintracht gesehen hatte, unter anderem auch ein Interview mit einer Frau, die sein Haus in Bruchköbel gekauft hat, deren Gatte aber OFC-Fan ist. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht rief Tony „I’ve got to buy the house back!“ zur allgemeinen Belustigung der Anwesenden. Als Philipp ihm zurief „Help yourself with drinks, take a seat, relax.“ erwiderte unsere ehemalige Tormaschine lächelnd “Oh I am always relaxed, don’t you worry about me.” Was für ein cooler Typ.

Derweil gaben die fleißigen Museums-Mitarbeiter Wasserstände durch, Bum Kun und Frau sind auf dem Weg, die Hütte unten ist rappelvoll, es gibt keine Sitzplätze mehr. Wahnsinn. Ich nutzte die Gelegenheit und zeigte Yeboah eine alte Autogrammkarte, die er mir einmal 1991 nach einem Heimspiel am Mannschaftsbus gegeben hatte. Und holte mir ein Autogramm auf eins der Magazine von damals, ein Foto gab‘s gleich hinterher. Was lief hier eigentlich für ein Film? Axel Hellmann fragte ihn wer sein härtester Gegenspieler gewesen sei – die Antwort: „Buchwald, very strong and tough.“ „And who else?“ – Antwort (grinsend): „You got to ask them who had more problems!“ Allgemeines Gelächter.

Dann trafen die Chas ein und ich konnte Oh Un Mi das Shirt für Du-Ri überreichen, diese unglaublich charmante und witzige Frau sollte der Veranstaltung später noch eine Prise Glanz mehr verleihen – wenn das überhaupt möglich war. Bum Kun signierte dann auch gleich nicht nur mein zweites Magazin sondern ebenso wie Tony zahlreiche Mousepads, Kalender und Fotos für diverse Kolleginnen und Kollegen der Eintracht-Belegschaft. Moderator Beve gesellte sich dazu und plauderte mit – der Beginn der Veranstaltung rückte näher. Schließlich kam Museumsdirektor Matze in die Loge: „In fünf Minuten geht es los!“. Noch ein paar kräftige Schluck Wasser, sammeln, versuchen cool zu bleiben, weiter alles aufsaugen. Dann ging es in den Zwischenstock, wo wir warteten bis Matze und Axel Hellmann die Ankündigungsworte gesprochen hatten.

Schon oben auf der Galerie standen jede Menge Fans, die sich gleich mit den beiden Helden ablichten ließen. Dann hielten wir uns im Hintergrund und ließen dem großen Stürmer der 80ger und dem großen Stürmer der 90ger selbstredend den Vortritt. Die beiden schritten die Treppe herab und auf die Bühne – unter tosendem Beifall und Standing Ovations der anwesenden Fans. Minutenlang prasselte der Applaus der Zeugen Yeboahs und der Freunde Bum Kuns auf die beiden Adler nieder. Es war Gänsehaut pur, und es war der Auftakt zu einer unglaublich intensiven und magischen Veranstaltung. Diese ist im Bericht von Moderator Beve bestens wiedergegeben (siehe unten), am besten lest ihr Euch dort alles durch. Ich hatte das Glück, daß ich nicht ganz so umgehauen wurde vom Andrang und der Begeisterung der Anwesenden wie die doch recht überforderte südkoreanische Dolmetscherin Frau Park, die nach kurzer Zeit von Frau Cha abgelöst wurde. Und so durfte ich aus nächster Nähe diesem einmaligen Event beiwohnen, neben dem Helden meiner Zwanziger sitzend. Mehr geht nicht.

BEVES WELT: Yaw, Tiger, Wurzel, Auto. Silberschön! (Bericht von der Veranstaltung)

EINTRACHT.DE-BERICHT: UNGLÄUBIGE BLICKE IN DER LOGE

BERICHT DIE WELT: KOLLEKTIVE VERZÜCKUNG

Freitag

Mit dem ersten Zug (aua) und noch fester geklebtem, noch ungläubigerem Lächeln im Gesicht ging es zurück nach München, wo ich im Briefkasten Karten für das Auswärtsspiel in Dortmund vorfand. Jetzt konnte es eigentllich nur ein Sieg gegen Hoffenheim werden.

Samstag

Und es wurde einer. Den wichtigen Heimsieg verfolgte ich bei einem Kumpel in Schwabing und malte mir aus, wie es wohl gewesen wäre, wenn Bum Kun und Tony vor dem Spiel kurz auf dem Rasen begrüßt worden wären. Es gab Tegernseer Helles statt Schobbe aber das schmeckte nach all der Aufregung und all den Helden dieser Woche auch verdammt lecker.

Jan 26

Weltsport-Wiederaufnahme nach Waldstadion-Winterpause

Nun rollt er also wieder, der Ball, auch im Waldstadion. Das Frankfurter Runde muss endlich wieder ins gegnerische Eckige. Hoffen wir mal, dass die Adlerträger rechtzeitig auftauen bei den aktuellen Temperaturen, und dass die Fans lautstark anheizen und nicht mit diversen Brenngütern.

Nach einer Woche voller Highlights – insbesondere für die Schobberobber mit der Säuleneinweihung und dem Treffen von Bum Kun Cha (und seiner Frau) – heißt es heute nun Realität, Aktualität, Wettkampf. Einer der Museumsgäste vom Donnerstag sprich Tony Yeboah oder Bum Kun Cha würde uns wahrlich gut zu Gesicht stehen.

Dass die Mannschaft es aber auch alleine gut kann, hat sie hinlänglich bewiesen. Allerdings wäre ein Sieg heute doppelt wichtig (Charly Körbel spricht in der FNP gar vom wichtigsten Spiel der Rückrunde) aus vielerlei Hinsicht. Da ist die “Rückrunde der Schande” von vor zwei Jahren, die unweigerlich wieder thematisiert werden würde, sollte es in den kommenden Spielen nicht rund laufen. Da ist die angefressene Stimmung des Trainers, der sich Sorgen um die kurz- und isnbesondere langfristigen Perspektiven macht. Ebenjene Perspektiven fordern auch unsere jungen Starspieler wie Rode und Jung hinsichtlich ihrer Vertragsverlängerungen. Und schlussendlich steht die Eintracht negativ im Blickpunkt aufgrund der Idioten, die gegen Leverkusen wieder ihren pyromanischen Gelüsten freien Lauf ließen. Auch dagegen würde ein beherzter Auftritt der Mannschaft und vor allem ein Sieg helfen.

Jetzt kommt also die Traditionsmannschaft aus Sinsheim mit dem gleichen Gründungsjahr (ha ha), das auswärtssschwächste Team der Liga (nur 4 Punkte) mit den meisten Gegentreffern bislang (41). Hoffen wir dass unsere Jungs nicht dem traditionellen Ruf des Aufbaugegners für unten stehende Mannschaften gerecht werden. Uns reicht heute auch ein dreckiger Sieg ehrlich gesagt.

In diesem Sinne – LET’S GO EINTRACHT!!!

Ihne Ihrn Schobbeblogger

 

Dieser Tage im Stadtwald:

Jan 23

Legendäre Fotos…

…Express-Meldung von der Einweihung der Legenden-Säulen. Pflicht-TV-Programm: 17.30 Uhr Sat1 Hessen, 19.30 Uhr Hessenschau im hr sowie “heimspiel” am kommenden Montag, ebenfalls im hr. Das war Dauergänsehaut pur mit “unserer” Legende Bum Kun Cha (dessen Frau uns gleich ein T-Shirt abquatschte), Tony, Grabi, Holz, Charly und Zico.

Morgen mehr im Museum für die, die Zeit haben. Und hier die ersten Foddos!

Schobberobber-Legende Bum Kun Cha

Die Robber, an der Bar, wo sonst

Charly, Bum Kun, Tony, Holz, Zico

Ye-bo-ah, Ye-bo-ah!

Wir haben die Eintracht im Endspiel gesehn – mit dem Jürgen…!

Schütz, Grabi, (Bum Kun am Tisch), Holz, Charly, Tony (…), Zico

Säulen-Robber

Jan 13

Pro Billy!

Bei Medien und Fans bleibt die Fairness immer schneller auf der Strecke. Der Sportsgeist und die vielzitierte ‘bedingungslose Unterstützung’ sowieso.

Es wird Zeit, dass endlich wieder die Kugel rollt. Nicht nur weil die Winterpause gewaltig an den Nerven zerrt, insbesondere an denen vom ersten Saisonteil der Eintracht so verwöhnten SGE-Fans. Es kann gar nicht schnell genug wieder losgehen. Aber auch das Winterloch kostet Nerven, es werden Themen hochsterilisiert, die keine sind, aus lauer Luft Wind gemacht und aus Halbwahrheiten Headlines und ganze Artikel. Nutzer von Foren und sozialen Netzwerken tun ihr übriges.

Ein Thema geht einem da besonders gegen den Strich, schon während der Hinrunde aber insbesondere jetzt, während der Winterpause. Das offenkundig sinnlose, unfaire und auf Thekentrainer-Thesen basierende „Gebashe“ von Spielern wie Occean und jetzt auch schon Russ. Ihr liebe Leut‘, Freunde des gepflegten Ballsports. Die Eintracht ist punktgleich mit dem Meister viertbester Bundesligist. Sie spielt die beste Hinrunde seit 19 Jahren. Hat einen Bundesliga-Rekord aufgestellt mit vier Siegen als Aufsteiger in den vier Auftaktspielen. Warum also mit dem Mikroskop das Haar in der Suppe suchen, wenn es doch so viel Gutes zu berichten gibt? Wieso einen Stürmer niederschreiben, der weiß wo das Tor steht und Teil ebenjener erfolgreichen Mannschaft ist? Und einen Neuzugang in der Abwehr gleich mal kategorisch abschreiben, bevor er sich überhaupt an die Mannschaft herangetastet hat, geschweige denn das erste Mal überhaupt unter Wettbewerbsbedingungen gegen den Ball getreten hat?

Früher, auf der Haupttribüne des altehrwürdigen Waldstadions, da wurden die Dauerlästerer ob ihrer Kopfbekleidung die „Ledermützen“ genannt. Sie schimpften ohne Punkt und Komma auf den Stürmer, der auf dem Platz stand, forderten zwischendurch den Kopf des Trainers weil er ebenjenen Stürmer nicht auswechselte und wenn dann ebenjener Stürmer ein Tor schoss, klopften sie sich gegenseitig auf die Schultern und hatten es ja schon immer gewusst – dass der ein Guter ist. Anthony Sabini lässt grüßen. Dieser Tage gibt es eine ganze Menge jener Ledermützen und Hobbytrainer, die ins Horn der mitbabbelnden Allgemeinheit blasen, dass da tönt „Der kann nix!“. Eingeschossen haben sie sich während der Hinrunde und insbesondere jetzt in der Winterpause auf Olivier Occean, und zu Teilen auch schon auf Marco Russ, den Heimkehrer, obwohl der gerade erst verpflichtet wurde.

Leude, Leude. Oliviér Occean hat ganze 13 Einsätze gehabt in der Bundesliga-Hinrunde bzw in der obersten Spielklasse überhaupt, und das anderthalb Jahre nachdem er noch in der 3. Liga kickte. Von diesen 13 Spielen wurden 7 gewonnen, 2 unentschieden gespielt und 4 verloren. Occean trug seinen Teil zum Bundesliga-Rekord an den Spieltagen 1 bis 4 bei, wurde erst im 4. Spiel in Nürnberg verletzt ausgewechselt. Er ist Teil dieses Teams, was seine Mitspieler auch geschlossen demonstrierten als er gegen Bremen ein Tor vorbereitete, indem sie ihm danach komplett gratulierten. Und wenn man sich ein wenig mit seiner aktuellen Saison beschäftigt und eben nicht einfach mitpöbelt, kommt ein entscheidender Faktor mit dazu. Im Oktober war „Billy“ für zwei Spiele Kanadas in der Quali für die WM 2014 nominiert. Das erste wurde zwar 3-0 gegen Kuba gewonnen, aber die Kanadier vergaben massig Torchancen – ein hohes Ergebnis wäre für das Torverhältnis sehr wichtig gewesen. Occean wurde zu allem Überfluss wegen einer Berührung des gegnerischen Torwarts (nach einem Tor wollte er schnell den Ball aus dem Netz holen) zu Unrecht und aufgrund einer Konzessionsentscheidung des Schiris des Feldes verwiesen. Im immens wichtigen letzten Spiel gegen Honduras musste er also mit ansehen, wie sein Nationalteam mit einer historischen 8-1 Schlappe baden ging, er konnte aufgrund der Sperre seiner Mannschaft nicht helfen und der Traum von der WM war geplatzt. Wohl seine letzte Chance, als Spieler zu einer WM zu fahren.

Das hat ihm sicher einen Knacks gegeben, verständlicher Weise. Was folgte war die November-Krise der Eintracht, für Occean gab es Niederlagen gegen Stuttgart, Bayern und Mainz sowie Unentschieden gegen Fürth und Schalke (teils nach Einwechslungen) und einen Kurzeinsatz beim Sieg gegen Augsburg. Da spielte er sicherlich nicht gut, aber das kann man von den wenigsten Eintracht-Spielern in dieser Saisonphase behaupten, Kevin Trapp vielleicht ausgenommen. Beim Unentschieden gegen Fürth konnte man Pfiffe gegen Billy vernehmen, übrigens auch gegen Alex Meier dafür, dass er einen Ball am eigenen Strafraum mal quer spielte. Hallo? Da steht die Eintracht am 10. Spieltag als Aufsteiger auf dem dritten Tabellenplatz, es gibt ein Unentschieden zu Hause und die eigenen Leute werden ausgepfiffen – geht’s noch?

Warum stärkt man einem Adlerträger, der sich schwer tut und als Stürmer scheinbar in einem Loch steckt, denn nicht mal den Rücken, unterstützt ihn, feuert ihn an, gibt ihm Rückendeckung? Alle großen Stürmer haben Flauten, ob sie Gomez, Klose oder Huntelaar heißen. Stichwort ‚Gedankengefängnis‘. Und nochmal, in England beispielsweise sagt man, dass ein neu in die Premier League wechselnder Spieler im Schnitt eine Saison braucht um „anzukommen“ und sich an die Schnelligkeit und Gangart der Liga zu gewöhnen. Occean hat vor zwei Jahren noch gegen Heidenheim, Erfurt und Wehen-Wiesbaden gekickt, jetzt sind es Leverkusen, der HSV und die Bayern. Gebt ihm Zeit, Leute, wir sind doch auch so auf Europapokal-Kurs. Dass er weiß, wo das Tor steht hat er bewiesen – 16 Tore und 3 Assists für Offenbach sowie 17 Tore und 9 Assists für Fürth letzte Saison sprechen eine eindeutige Sprache. Das sind 45 Torbeteiligungen in 63 Spielen. Und sollte man sich an seiner Offenbacher Vergangenheit stoßen (die zugegebener Maßen erst einmal verarbeitet sein will) dann müsste man einen Rode genauso vom Hof jagen wollen. Und dürfte einen Bein und einen Weber nicht in die Hall of Fame der Eintracht loben.

Die grüne Bild betitelt also in bester Ledermützen-Manier die Occean-Wasserstandsmeldung aus Abu Dhabi mit „Das große Missverständnis“. Und interpretiert ein Lautwerden von Coach Veh im Training als „verzweifeln an seinem Wunschstürmer“, unkt, dass es ja „schon vor dieser Spielzeit Bedenkenträger gab, die skeptisch waren ob Occeans Erstligatauglichkeit.“ Wir ham’s ja schon immer gewusst. Das Interview desselben Blattes mit dem SGE-Cheftrainer wird selbstredend dominiert von Fragen nach der Bundesliga-Tauglichkeit des Stürmers, dass er von der Rolle sei, ob er denn in Leverkusen in der Startelf stehe. Da mag ganz offensichtlich ein Journalist oder gar eine Redaktion einen Spieler nicht. Schade nur, dass viele Fans darauf anspringen. Im hoch geschätzten Eintracht-Podcast gab es Stimmen, die Occean nach dem Fürth-Spiel niederredeten (allerdings sprach man sich auch gegen Pfiffe gegen die eigenen Spieler aus). Twitter-User mosern nach der Auswechslung in einem Trainingslager-Testspiel (!) „#Occean anscheinend wieder nichts gerissen! Das gibts doch gar nicht! So wie der Fussball spielt, möchte ich mal Urlaub haben.“ – wohlgemerkt ohne die Gründe für die Auswechslung zu kennen.

Nicht erst seit Funkel, Köhler und Meier wissen wir, dass das pauschale Gedisse, Gebashe und Verdammen zum neuen Frankfurter Volkssport geworden ist. Ich werde nie vergessen wie bei der Einwechslung Markus Steinhöfers im Spiel gegen den KSC ein gellendes Pfeifkonzert durchs Stadion hallte. Warum? Weil ein gewisser Caio eben nicht eingewechselt wurde. (Übrigens war Steinhöfer im Spielverlauf an beiden Treffern beteiligt, die das extrem wichtige Spiel drehten.) So etwas würde es in England nie geben, da gibt es bei fast jedem Spielerwechsel Applaus für den Ausgewechselten. Ich behaupte auch einfach mal, dass es so etwas bei Borussia Dortmund nie geben würde. Aber wahrscheinlich ist Fair Play und Respekt im modernen Fußball und im Quoten-, Auflagen- und Userzahlen-orientierten Mediengeschäft nur noch etwas für die Romantiker.

Es wird Zeit, dass endlich wieder die Kugel rollt. Dann können wir endlich – hoffentlich – wieder anfeuern, jubeln, tanzen und singen.

Pro Billy!

In diesem Sinne,

Ihne Ihrn Schobbeblogger

 

When The Going Gets Tough The Tough Get Going / Billy Ocean:

http://www.youtube.com/watch?v=W0fToo3hfZo

Dez 11

Geschützt: Bum Kun Cha

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Nov 8

Immer Castroper Straße rauf.

Herzlichen (fast nachträglichen) Glückwunsch zum Geburtstag, Toddi Legat!

»Che Guevara war ein Rebell, ein Kämpfer für sein Land. Das will ich auch sein. Ich will den Schwachen helfen. Das ist im Fußball genauso, da muss man den schwachen Gegner auch aufbauen. Das ist so eine eigene Logik von mir, dazu will ich gar nicht viel sagen.«

»Ich glaube nicht, dass der Verein mir Steine in den Vertrag legt.«

(zu evtl. Wechselproblemen mit Eintracht Frankfurt)

»Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich dehnen, wat malochen heißt.«

»Es war toll, es war klasse, es war wie ein Albtraum.«

(nach einem hohen Heimsieg)

»Die Bayern vertragen keine Härte, und ich bin der erste, der anfängt damit.«

(vor dem Spiel VfB Stuttgart gegen Bayern München 1996)

»Die hab ich noch nicht probiert, aber im Allgemeinen mag ich Geflügel.«

(nach seinem Wechsel zum VfB Stuttgart auf die Frage, wie er denn Spätzle fände)

»Ich hätte auch woanders ins Ausland gehen können.«

(gibt seinen Wechsel nach Frankfurt bekannt)

»Immer Castroper Straße rauf.«

(im Sportstudio auf die Frage, wie er zum Bodybuilding gekommen sei)

“Zum Glück habe ich nur eine Struktur.”

(nach einem Verdacht auf Beinbruch)

Nov 7

November-Depression? Sieg oder Unentschieden!

Bekanntlich findet im November immer etwas statt, das nicht ganz nachvollziehbar ist aber mit schöner Regelmäßigkeit genau dann auftritt, wenn die Tage kürzer, kälter und dunkler werden. Die sogenannte November-Depression. Diese ist bei unserer Eintracht und unter uns Fans ein traditioneller Zeitabschnitt im Jahr, an dem man sich orientieren kann wie am eigenen Geburtstag. Und jährlich grüßt das Murmeltier.

Aber es gibt Hoffnung. Die gibt es bei der Diva vom Main zwar immer, diese Hoffnung. Just im Vorlauf des Spiels beim Rekordmeister lässt sich diese Hoffnung allerdings mit Zahlen belegen. Zunächst einmal ist es grundsätzlich von sehr großem Vorteil für die Eintracht-Gemeinde, dass beim letzten Spiel gegen den Tabellen-18. zu Hause nur ein Pünktchen geholt wurde, insbesondere als Dritter der Bundesliga. Und nun tritt die SGE beim erst einmalig geschlagenen und prächtig gefestigten Tabellenführer an.

Im Sinne der Diva vom Main also beste Voraussetzungen!

Hoffnungsvolle Schlauchboot-Fahrt

Wie erwähnt verspricht auch der Blick in die Statistik, dass man hoffnungsfroh ins Schlauchboot steigen kann. Denn die Bayern sind so etwas wie das Johanniskraut gegen die einträchtliche November-Depression. Zehn Pflichtspiele gab es seit Urzeiten zwischen Adlern und Bajuwaren im Monat November, davon gewann die Diva sechs, erspielte drei Unentschieden und musste sich nur einmal geschlagen geben.

Noch dazu sind wahre Klassiker und legendäre Siege unter den Begegnungen mit ‚Mia san mia‘ im 11. Monat des Jahres zu finden, teils auch im europäischen Wettbewerb. 21 von möglichen 30 November-Punkten holte die SGE gegen den FCB, schoss 23 November-Tore und fing nur 8 (bis zum letzten Aufeinandertreffen gar nur 4). Von wegen „November Rain“.

Legenden und Klassiker

Gleich die erste Partie am 13.11.1971 hatte es in sich, wohl DAS Spiel des wenig bekannten Thomas Parits. Der schoss bereits in der 3. Minute das 1:0 und legte nach Gerd Müllers Doppelpack zwei weitere Tore auf, wodurch die Eintracht das Spiel drehen konnte. Und das vor 64.000 Zuschauern im Waldstadion.

Es dauerte vier Jahre bis man sich in jenem welchen Monat wiedersah. Das Warten hatte sich gelohnt, und wie, erneut war das Waldstadion am 22.11.1975 Austragungsort. Das Spiel war eines für die Geschichtsbücher: Wenzel, Nickel, Grabowski, Hölzenbein und Neuberger schossen eine 5:0-Führung heraus. Und das schon nach 45 Minuten. Sepp Maier im Tor der Bayern wurde von einem Eintracht-Spieler befragt, ob er denn schon mal „einen vor der Linie berührt“ habe. Wohlbemerkt vor der Halbzeitpause beim Stand von 5:0. Wir sind nicht ganz sicher, ob es Hölzenbein oder doch Grabowski war. Und Dr. Hammer steuerte in der 61. Minute dann noch ein direktes Eckball-Tor zum 6:0-Endstand bei.

Der Bayern-Saison-Dreifach-Besieger-Rekord

Klassisch auch die Saison 1977/78, in der die SGE innerhalb von 15 Tagen dreimal auf die Bayern traf – zweimal davon im November – und dreimal als Sieger vom Platz ging. Möglich machten es das Hin- und Rückspiel im UEFA Cup-Achtelfinale und das dazwischenliegende Ligaspiel. Die beiden Heimspiele (nämlich die im November) gewannen die Adlerträger jeweils mit 4:0, man stelle sich das vor, innerhalb von nur vier Tagen! Grabi, Holz und Kraus trafen in beiden Spielen, Skala und Wenzel besorgten den Rest.

Im 3. Aufeinandertreffen grüßte erneut das Eintracht-Murmeltier die Bayern und es gab einen Auswärtssieg im Rückspiel, wiederum Hölzenbein und Wenzel schossen ein 2:1 heraus. Lange, lange Zeit blieb die Eintracht damit der einzige Verein in der Geschichte des deutschen Fußballs, der die Bayern in einer einzigen Saison in drei Pflichtspielen besiegen konnte. Und davon zweimal – ihr ahnt es – im November. Einzig Borussia Dortmund konnte dieses Kunststück wiederholen, und das erst in der Saison 2011/12.

Sprung in die Neuzeit

Es folgten zwei torlose Heim-Remis (Nov 80‘ und Nov ’83) bevor es 1995 mit Karacho weiterging. Am 04.11. stand am 12. Spieltag der Saison 1995/96 das Heimspiel gegen den FCB an. Es wurde die Sternstunde von Teasy Hagner, Doppeltorschütze vor über 57.000 Zuschauern, Ivica Mornar und Manni ‘der Libero’ Binz steuerten die weiteren Treffer zum 4:1-Endstand bei. Andi Köpke stand im Tor, Jay jay Okocha im Mittelfeld und Rainer Rauffmann im Sturm.

Fünf Jahre später gab es erneut einen November-Klassiker gegen die Bayern, zur Abwechslung mal wieder auswärts. Die lebenden Eintracht-Legenden Schur und Fjörtoft trafen zum 2:1-Auswärtssieg, es war am 18.11.2000 der erste in München nach knapp 24 Jahren Durststrecke.

Sieg oder Unentschieden!

Auch das 0:0 in München am 03.11.2007 darf nicht unerwähnt bleiben, als Oka Nikolov gefühlte 87 Torschüsse abwehrte und danach in der Gerüchteküche als potenzieller Neuzugang an der Säbener Straße gehandelt wurde. Es waren wohl knapp 40 Schüsse, die Klose, Schlaudraff, Toni, Podolski & Co abgaben, ohne aber den ewigen Oka bezwingen zu können.

Also, Freunde, schaut auf den Kalender und freut Euch! Es kann am Samstag nur gut ausgehen, die Zahlen lügen nicht. Optimismus ist angesagt, denn es ist November und es geht gegen die Bayern. Nicht verzagen, Oka fragen! Und nur nochmal so, zur Erinnerung – heute vor genau einem Jahr stand die Eintracht 20 Tabellenplätze und ein komplettes Klassement hinter den Bayern auf Rang 2 der 2. Liga. Heute sind es gerade mal zwei Plätze.

Nov 1

Die Schobbeblogger-Wochenschau

Die Fußballwoche im klassischen Sinne geht von Samstag 15.30 Uhr bis zum darauffolgenden Samstag, plus minus 17.20 Uhr. Wir denken von Spiel zu Spiel. Auch wenn die Eintracht diese Woche Sonntags gespielt hat und Freitags spielen wird, die Schobbeblogger-Wochenschau hält dem Samstag-bis-Samstag-Rhythmus die Treue. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

SAMSTAG 27.10.2012

Die Profis trainieren unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Arena. Pirmin (der Ruhmreiche, der Ehrenhafte, der Bärenstarke) Schwegler (Spielmann, der auf der Schwegelpfeife spielt) zwicken die Adduktoren, schon seit Donnerstag. Die rote FR verkündet, dass „Sevilla an Zambrano baggert“ und die grüne Bild, dass der „Poker um Rode ausgesetzt“ sei. Breaking News also.

Eintracht-Fan Sebastian Vettel fährt im Training allen davon und sichert sich die Pole für Sonntag (GP von Indien). In Teilen Deutschland schneit’s. Keine Überraschungen in den Samstagsspielen. Der Doktor verordnet „Träume in schwarz und weiß“ (Konsum von 2 DVDs vor dem Schlafengehen) zur Einstimmung auf Sonntag.

Der Spielmann mit der Schwegelpfeife

SONNTAG 28.10.2012 – NAMENSTAG ALFRED & SPIELTAG

Zeitumstellung. Noch eine Stunde länger bis zum Anpfiff.

Eintracht-Fan Sebastian Vettel gewinnt das Rennen von Indien und übernimmt die WM-Führung. Ein gutes Omen? Heute kann die Eintracht ihren 2000. Bundesliga-Punkt holen. Könnte. „Ein Seppl für Jogi“ ist eine Headline im Sportteil der Welt am Sonntag. Klingt besser als „Ein Seppl für Kloppo“. Jens Bierschwale (wer kennt ihn nicht) erzählt, dass Bruchhagen erzählt, dass selbst ein Zehn-Millionen-Angebot für Rode uninteressant sei. Aha.

Der ruhmreiche, der ehrenhafte, der bärenstarke Spielmann steht zwar auf dem offiziellen Ausdruck der Startaufstellung, wird aber die Schwegelpfeife heute nicht spielen können, die Adduktoren. Gutes Vettel-Omen also wieder futsch. Erst recht nach sechs Spielminuten. Leider hilft auch ein Tor des Monats vom Langen nichts, und ein falsch entscheidendes Linien- und Schiedsrichtergespann schon mal überhaupt gar nicht. Da war mehr drin. Alles Mist.

Ein Seppl für Jogi postet später „Leider sollte es heute nicht sein.“ Das sieht er richtig, ein gebrauchter Tag. Wir jagen dann mal als Dritter die Bayern (und die Schalker) weiter, wenigstens haben die auch auf die Glühbirne bekommen.

Namenstag: Alfred

MONTAG 29.10.2012

11 Uhr: Auslaufen der Profis an der Arena, öffentlich.

Kicker wird heute keiner gekauft. Der Schreiber dieses Blogs verirrt sich trotzdem in den Kiosk, dessen Besitzer bekanntermaßen VfB-Fan ist. Geht ihm erst an der Kasse auf, Gespräch wird schnell abgebrochen, Flucht aus dem Laden. „Davon geht die Welt nicht unter“ titelt die FAZ und zitiert damit gleichzeitig Cheftrainer Veh. Stimmt ja. Aber…

Kevin Trapp hat unter den Bundesliga-Torhütern die besten Saison-Noten bei der roten FR. Ex-Eintracht-Trainer Felix Magath postet auf Facebook: „…Lasst es mich so sagen: Ich fühle mich wohl unter Euch.“ Tja Felix, Facebook-Freunde wollen halt auch kein Wasser trinken. Verdammt, die Führung im Managerspiel ist auch dahin. Irgendwie ist es auch ein gebrauchter Montag.

DIENSTAG 30.10.2012

Ralf Sievers, einer der Vokuhila-Pioniere der SGE, wird 51. Glückwunsch. ‚Colt‘ Sievers hatte in acht Jahren Eintracht Infotec, Portas und Hoechst auf der Brust. Respekt dafür.

Die Verletzung vom Zampano in der SGE-Innenverteidigung hat sich als Zehenbruch herausgestellt. Stellt der Fußballgott die Weichen für die traditionelle November-Depression der Eintracht? Headlines wie „Kleiner Zeh, großes Loch“ und „Die Reifeprüfung“ machen die Runde.

Stichwort „Reifeprüfung“, gute News gibt es aber auch. Denn die beiden talentierten Nachwuchskicker Kempf und Stendera werden langfristig an die Eintracht gebunden.

Geburtstag: Colt Sievers

MITTWOCH 31.10.2012 – REFORMATIONSTAG & HALLOWEEN

Eine Eintracht-Pressemitteilung verrät, dass ein Seppl für Jogi aus Gründen der Schonung das Training abgebrochen hat (Tritt gegen den Fuß im Stuttgart-Spiel). Lieber Fußballgott, nun mach aber mal nen Punkt. Das mit der traditionellen November-Depression hat die SGE bislang auch immer alleine hinbekommen. Andererseits, der Optimist hofft, dass wenn alle Zeichen besonders schlecht stehen die Eintracht wieder mal alle überrascht. Hmm.

Passend zu Halloween gewinnen auf der anderen Mainseite die Zombies im Pokal gegen unsere Freunde von Union Berlin, trotz einiger Unterstützung aus Frankfurter Reihen für „Eisern Union“. Seit der Verbrüderung im letzten Jahr beim Ausschluss-Spiel, als die Unioner einen Bembel in den gesperrten Eintrachtblock stellen wollten und schließlich gemeinsam die Vereinshymnen gesungen wurden, mag man sich.

Ein Seppl für Jogi

DONNERSTAG 01.11.2012 – ALLERHEILIGEN

Der Kicker vermeldet alle Heiligen des defensiven Mittelfeldes (Schwegler, Rode) in der voraussichtlichen Startaufstellung der Eintracht für das Spiel am Freitag. Sagt uns zwar nicht viel, der ruhmreiche, der ehrenhafte, der bärenstarke Spielmann stand schließlich gegen Stuttgart sogar auf dem Spielbogen und konnte dann doch nicht ran. „Schwegler, Rode“ liest sich aber trotzdem oder gerade deswegen gut.

Presi Fischer gibt in der roten FR ein Interview und schwärmt von Eintracht Barcelona. Spricht aber auch davon, dass es eng werden kann, insbesondere jetzt gegen Fürth – „..die Statik des Gefüges wird angegriffen.“

FREITAG 02.11.2012 – SPIELTAG

Heute ist Attila Vegetarier und lunst gierig auf die Kleeblätter. Stürmer Occean und Trainer Veh treten im Aufsteigerduell gegen ihren Ex-Verein an. Da war doch was, ach ja, der Frank Mill-Gedächtnisschuss von Edgar Prib an den Pfosten beim Aufeinandertreffen in der letzten Zweitligasaison.

Stefano Celozzi hat Geburtstag und wird 24 – wir wünschen alles Gute und eine schöne Feier mit 50.000 Gästen!

Jetzt kommt es also zur ersten Bundesliga-Begegnung zwischen der Eintracht und Fürth. Hoffen wir, dass der ruhmreiche, der ehrenhafte, der bärenstarke Spielmann und ein Seppl für Jogi nicht nur auf dem Spielbogen sondern auch auf dem Platz stehen werden.

Darf Klee in grüne Soße?

SAMSTAG 03.11.2012 – NAMENSTAG PIRMIN

Unser Käpt’n feiert Namenstag und wir hoffen für ihn und uns alle, dass der samstägliche Blick in die Gazetten weiter so erfreulich ist und beim freitäglichen Spiel keine November-Depression eingeläutet wurde. Das können wir nach all der Euphorie nun so gar nicht gebrauchen.

Okt 23

Der Zwerg reinigt die Kittel

Es ist wirklich wie beim Glücksrad. Alle drehen am Rad – Medien, Verbände, Politik – sie kaufen Buchstaben und schmeißen damit nur so um sich. Alle wollen sie lösen. Maren Gilzer kommt gar nicht mehr hinterher. Und schlussendlich reinigt der Zwerg die Kittel.

Mit denen, die es betrifft, mit denen reden? Warum? Die Regeln macht der Produzent. Das Publikum hat zu klatschen oder es wird nicht mehr reingelassen. Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel zu schweigen. Pyrotechnik auf den Rängen stellt eine gesteigerte ja eskalierende Gewalt im Fußball dar, Pyrotechnik auf dem Rasen veredelt Eröffnungsspiele und Siegerehrungen. Wir kaufen ein ‘i’ und wollen lösen.

Als “Fan-Experten” zu Talkshows geladene TV-Profis namens Kerner und Pocher reden auf TV-unerfahrene Menschen mit Bezug zur Materie (z.B. den Düsseldorfer Fanbeauftragten) ein – der Zwerg reinigt auch da die Kittel. Pocher-Bauchbinde an: “Fußball-Experte – Kennt einige Nationalspieler persönlich”. Pocher-Bauchbinde aus. Tags darauf werden Ultras bei und von Maischberger als Taliban des deutschen Fußballs bezeichnet, und die Quote ist gemacht. Der Durchschnittskunde bildet sich kurzer Hand eine Meinung anhand der Experten-Runde und geht nach dem Zähne putzen friedlich schlafen. “Böse, böse Fans”, murmelt er noch vor dem einschlummern.

Am Morgen knipst er nach der Eieruhr das Radio an und schwups, kommen die Politiker. Der Herr Innenminister fordert eindringlich “Maßnahmen”, gegen die “ausufernde Gewalt im Fußball”. Hat wohl auch gestern ferngesehen, da gibt’s ne Menge abzuschöpfen, man will ja auch mal am Glücksrad drehen und Vokale kaufen. “Das ist ein guter Mann”, denkt sich Otto Normalverbraucher, als er mit dem Löffelchen auf sein Viereinhalb-Minuten-Ei klopft.

Während Maren Gilzer backstage hyperventiliert tritt der Verband auf den Plan, hat mächtig Druck im Kessel, spricht Strafen und sperrt Zuschauer aus, kann dem angeklagten Verein so gar nicht recht was vorwerfen, muss ihn aber dann doch irgendwie belangen. Und um Herr der Lage zu werden, schließen sich die Herren der Schieflage in einem Kämmerlein ein und basteln an einem Papier voller Gimmicks, voller Konsonanten und Vokale, wild zusammengedreht – und wollen lösen.

Der Zwerg reinigt die Kittel.

 

LINKS ZUM THEMA

 

11FREUNDE:

TV-Kritik: Ein Abend mit Sandra Maischberger »Ultras: Die Taliban der Fußballfans!«

Ex-DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn über Gewalt im Fußball »Da reden Personen, die keine Ahnung haben«

Spiegel Online:

Fußball-Debatte bei Plasberg – Bengalische Wortgefechte

via fc-union-berlin.de:

Arbeitspapier “Sicheres Stadionerlebnis” (Mitgliederversammlung des Ligaverbandes)

eintracht.de:

Stellungnahme der Eintracht zum Arbeitspapier “Sicheres Stadonerlebnis” von Ligaverband und DFB

Die Zeit:

Die Fußballklubs rebellieren

Weitere Meldungen zum Thema:

News Reader 21.-23.10.2012 (Suchwort “DFL”)

Und passend zum Thema Glücksrad – die Fans von St. Pauli:

(Bild via Twitter, @LauraReinkens bzw @claasofitsown)