Nov 1

Die Schobbeblogger-Wochenschau

Die Fußballwoche im klassischen Sinne geht von Samstag 15.30 Uhr bis zum darauffolgenden Samstag, plus minus 17.20 Uhr. Wir denken von Spiel zu Spiel. Auch wenn die Eintracht diese Woche Sonntags gespielt hat und Freitags spielen wird, die Schobbeblogger-Wochenschau hält dem Samstag-bis-Samstag-Rhythmus die Treue. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

SAMSTAG 27.10.2012

Die Profis trainieren unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Arena. Pirmin (der Ruhmreiche, der Ehrenhafte, der Bärenstarke) Schwegler (Spielmann, der auf der Schwegelpfeife spielt) zwicken die Adduktoren, schon seit Donnerstag. Die rote FR verkündet, dass „Sevilla an Zambrano baggert“ und die grüne Bild, dass der „Poker um Rode ausgesetzt“ sei. Breaking News also.

Eintracht-Fan Sebastian Vettel fährt im Training allen davon und sichert sich die Pole für Sonntag (GP von Indien). In Teilen Deutschland schneit’s. Keine Überraschungen in den Samstagsspielen. Der Doktor verordnet „Träume in schwarz und weiß“ (Konsum von 2 DVDs vor dem Schlafengehen) zur Einstimmung auf Sonntag.

Der Spielmann mit der Schwegelpfeife

SONNTAG 28.10.2012 – NAMENSTAG ALFRED & SPIELTAG

Zeitumstellung. Noch eine Stunde länger bis zum Anpfiff.

Eintracht-Fan Sebastian Vettel gewinnt das Rennen von Indien und übernimmt die WM-Führung. Ein gutes Omen? Heute kann die Eintracht ihren 2000. Bundesliga-Punkt holen. Könnte. „Ein Seppl für Jogi“ ist eine Headline im Sportteil der Welt am Sonntag. Klingt besser als „Ein Seppl für Kloppo“. Jens Bierschwale (wer kennt ihn nicht) erzählt, dass Bruchhagen erzählt, dass selbst ein Zehn-Millionen-Angebot für Rode uninteressant sei. Aha.

Der ruhmreiche, der ehrenhafte, der bärenstarke Spielmann steht zwar auf dem offiziellen Ausdruck der Startaufstellung, wird aber die Schwegelpfeife heute nicht spielen können, die Adduktoren. Gutes Vettel-Omen also wieder futsch. Erst recht nach sechs Spielminuten. Leider hilft auch ein Tor des Monats vom Langen nichts, und ein falsch entscheidendes Linien- und Schiedsrichtergespann schon mal überhaupt gar nicht. Da war mehr drin. Alles Mist.

Ein Seppl für Jogi postet später „Leider sollte es heute nicht sein.“ Das sieht er richtig, ein gebrauchter Tag. Wir jagen dann mal als Dritter die Bayern (und die Schalker) weiter, wenigstens haben die auch auf die Glühbirne bekommen.

Namenstag: Alfred

MONTAG 29.10.2012

11 Uhr: Auslaufen der Profis an der Arena, öffentlich.

Kicker wird heute keiner gekauft. Der Schreiber dieses Blogs verirrt sich trotzdem in den Kiosk, dessen Besitzer bekanntermaßen VfB-Fan ist. Geht ihm erst an der Kasse auf, Gespräch wird schnell abgebrochen, Flucht aus dem Laden. „Davon geht die Welt nicht unter“ titelt die FAZ und zitiert damit gleichzeitig Cheftrainer Veh. Stimmt ja. Aber…

Kevin Trapp hat unter den Bundesliga-Torhütern die besten Saison-Noten bei der roten FR. Ex-Eintracht-Trainer Felix Magath postet auf Facebook: „…Lasst es mich so sagen: Ich fühle mich wohl unter Euch.“ Tja Felix, Facebook-Freunde wollen halt auch kein Wasser trinken. Verdammt, die Führung im Managerspiel ist auch dahin. Irgendwie ist es auch ein gebrauchter Montag.

DIENSTAG 30.10.2012

Ralf Sievers, einer der Vokuhila-Pioniere der SGE, wird 51. Glückwunsch. ‚Colt‘ Sievers hatte in acht Jahren Eintracht Infotec, Portas und Hoechst auf der Brust. Respekt dafür.

Die Verletzung vom Zampano in der SGE-Innenverteidigung hat sich als Zehenbruch herausgestellt. Stellt der Fußballgott die Weichen für die traditionelle November-Depression der Eintracht? Headlines wie „Kleiner Zeh, großes Loch“ und „Die Reifeprüfung“ machen die Runde.

Stichwort „Reifeprüfung“, gute News gibt es aber auch. Denn die beiden talentierten Nachwuchskicker Kempf und Stendera werden langfristig an die Eintracht gebunden.

Geburtstag: Colt Sievers

MITTWOCH 31.10.2012 – REFORMATIONSTAG & HALLOWEEN

Eine Eintracht-Pressemitteilung verrät, dass ein Seppl für Jogi aus Gründen der Schonung das Training abgebrochen hat (Tritt gegen den Fuß im Stuttgart-Spiel). Lieber Fußballgott, nun mach aber mal nen Punkt. Das mit der traditionellen November-Depression hat die SGE bislang auch immer alleine hinbekommen. Andererseits, der Optimist hofft, dass wenn alle Zeichen besonders schlecht stehen die Eintracht wieder mal alle überrascht. Hmm.

Passend zu Halloween gewinnen auf der anderen Mainseite die Zombies im Pokal gegen unsere Freunde von Union Berlin, trotz einiger Unterstützung aus Frankfurter Reihen für „Eisern Union“. Seit der Verbrüderung im letzten Jahr beim Ausschluss-Spiel, als die Unioner einen Bembel in den gesperrten Eintrachtblock stellen wollten und schließlich gemeinsam die Vereinshymnen gesungen wurden, mag man sich.

Ein Seppl für Jogi

DONNERSTAG 01.11.2012 – ALLERHEILIGEN

Der Kicker vermeldet alle Heiligen des defensiven Mittelfeldes (Schwegler, Rode) in der voraussichtlichen Startaufstellung der Eintracht für das Spiel am Freitag. Sagt uns zwar nicht viel, der ruhmreiche, der ehrenhafte, der bärenstarke Spielmann stand schließlich gegen Stuttgart sogar auf dem Spielbogen und konnte dann doch nicht ran. „Schwegler, Rode“ liest sich aber trotzdem oder gerade deswegen gut.

Presi Fischer gibt in der roten FR ein Interview und schwärmt von Eintracht Barcelona. Spricht aber auch davon, dass es eng werden kann, insbesondere jetzt gegen Fürth – „..die Statik des Gefüges wird angegriffen.“

FREITAG 02.11.2012 – SPIELTAG

Heute ist Attila Vegetarier und lunst gierig auf die Kleeblätter. Stürmer Occean und Trainer Veh treten im Aufsteigerduell gegen ihren Ex-Verein an. Da war doch was, ach ja, der Frank Mill-Gedächtnisschuss von Edgar Prib an den Pfosten beim Aufeinandertreffen in der letzten Zweitligasaison.

Stefano Celozzi hat Geburtstag und wird 24 – wir wünschen alles Gute und eine schöne Feier mit 50.000 Gästen!

Jetzt kommt es also zur ersten Bundesliga-Begegnung zwischen der Eintracht und Fürth. Hoffen wir, dass der ruhmreiche, der ehrenhafte, der bärenstarke Spielmann und ein Seppl für Jogi nicht nur auf dem Spielbogen sondern auch auf dem Platz stehen werden.

Darf Klee in grüne Soße?

SAMSTAG 03.11.2012 – NAMENSTAG PIRMIN

Unser Käpt’n feiert Namenstag und wir hoffen für ihn und uns alle, dass der samstägliche Blick in die Gazetten weiter so erfreulich ist und beim freitäglichen Spiel keine November-Depression eingeläutet wurde. Das können wir nach all der Euphorie nun so gar nicht gebrauchen.

Okt 23

Der Zwerg reinigt die Kittel

Es ist wirklich wie beim Glücksrad. Alle drehen am Rad – Medien, Verbände, Politik – sie kaufen Buchstaben und schmeißen damit nur so um sich. Alle wollen sie lösen. Maren Gilzer kommt gar nicht mehr hinterher. Und schlussendlich reinigt der Zwerg die Kittel.

Mit denen, die es betrifft, mit denen reden? Warum? Die Regeln macht der Produzent. Das Publikum hat zu klatschen oder es wird nicht mehr reingelassen. Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel zu schweigen. Pyrotechnik auf den Rängen stellt eine gesteigerte ja eskalierende Gewalt im Fußball dar, Pyrotechnik auf dem Rasen veredelt Eröffnungsspiele und Siegerehrungen. Wir kaufen ein ‘i’ und wollen lösen.

Als “Fan-Experten” zu Talkshows geladene TV-Profis namens Kerner und Pocher reden auf TV-unerfahrene Menschen mit Bezug zur Materie (z.B. den Düsseldorfer Fanbeauftragten) ein – der Zwerg reinigt auch da die Kittel. Pocher-Bauchbinde an: “Fußball-Experte – Kennt einige Nationalspieler persönlich”. Pocher-Bauchbinde aus. Tags darauf werden Ultras bei und von Maischberger als Taliban des deutschen Fußballs bezeichnet, und die Quote ist gemacht. Der Durchschnittskunde bildet sich kurzer Hand eine Meinung anhand der Experten-Runde und geht nach dem Zähne putzen friedlich schlafen. “Böse, böse Fans”, murmelt er noch vor dem einschlummern.

Am Morgen knipst er nach der Eieruhr das Radio an und schwups, kommen die Politiker. Der Herr Innenminister fordert eindringlich “Maßnahmen”, gegen die “ausufernde Gewalt im Fußball”. Hat wohl auch gestern ferngesehen, da gibt’s ne Menge abzuschöpfen, man will ja auch mal am Glücksrad drehen und Vokale kaufen. “Das ist ein guter Mann”, denkt sich Otto Normalverbraucher, als er mit dem Löffelchen auf sein Viereinhalb-Minuten-Ei klopft.

Während Maren Gilzer backstage hyperventiliert tritt der Verband auf den Plan, hat mächtig Druck im Kessel, spricht Strafen und sperrt Zuschauer aus, kann dem angeklagten Verein so gar nicht recht was vorwerfen, muss ihn aber dann doch irgendwie belangen. Und um Herr der Lage zu werden, schließen sich die Herren der Schieflage in einem Kämmerlein ein und basteln an einem Papier voller Gimmicks, voller Konsonanten und Vokale, wild zusammengedreht – und wollen lösen.

Der Zwerg reinigt die Kittel.

 

LINKS ZUM THEMA

 

11FREUNDE:

TV-Kritik: Ein Abend mit Sandra Maischberger »Ultras: Die Taliban der Fußballfans!«

Ex-DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn über Gewalt im Fußball »Da reden Personen, die keine Ahnung haben«

Spiegel Online:

Fußball-Debatte bei Plasberg – Bengalische Wortgefechte

via fc-union-berlin.de:

Arbeitspapier “Sicheres Stadionerlebnis” (Mitgliederversammlung des Ligaverbandes)

eintracht.de:

Stellungnahme der Eintracht zum Arbeitspapier “Sicheres Stadonerlebnis” von Ligaverband und DFB

Die Zeit:

Die Fußballklubs rebellieren

Weitere Meldungen zum Thema:

News Reader 21.-23.10.2012 (Suchwort “DFL”)

Und passend zum Thema Glücksrad – die Fans von St. Pauli:

(Bild via Twitter, @LauraReinkens bzw @claasofitsown)

Okt 1

– – – Breaking News – – – Das Verwirrspiel der Diva geht weiter – – – Breaking News – – –

Der Schobbeblogger-Pressespiegel

Auch nach sechs Spieltagen muss sich mancheiner nach wie vor verwundert die Augen reiben. Da fährt die Eintracht Runde für Runde ihre Punkte ein, trumpft gegen den deutschen Meister auf, dreht Spiele, macht wunderschöne Tore. Die Fans sind euphorisch, die Spieler strahlen um die Wette und der ein oder andere Verantwortliche hat bei bodenständigen Interviews trotz allem ein verträumtes Lächeln im Gesicht.

Und unsere Freunde von der schreibenden Zunft? Auch die scheinen nach wie vor uffgerescht, dorschgedreht und hibbelisch zu sein, scheinen ihre Schreibe dem schnellen Spiel der SGE anpassen zu wollen. Und bleiben dabei doch manchmal – bildlich gesprochen – im Rasen hängen.

Zum Beispiel die eigentlich sachlich und fachlich fundiert berichtende Frankfurter Neue Presse:

Es warten also Fans von Eintracht Frankfurt am 30. September auf den Anpfiff gegen die Spieler vom 1. FC Freiburg. Interessante Formulierung, der Anpfiff gegen die Spieler. Und war es ein Vorspiel, das da angepfiffen wurde, gegen den uns unbekannten Freiburger Vorortverein 1. FC? Aber das Märchen der FNP geht weiter:

Trainer Joachim Streich (Freiburg) wird gezeigt. Wahrscheinlich ist das der Zwillingsbruder von Christian Streich – also Joachim, der den 1. FC Freiburg trainiert. In Freiburg geht es eben familiär zu. Wie das FNP-Märchen weitergeht, erfahren wir hoffentlich nach dem nächsten Eintracht-Spiel.

Zuviel im Märchenbuch geblättert hat offensichtlich auch der Berichterstatter von fussballdaten.de. Anders ist es nicht zu erklären, dass der linke Fuß von Alex Meier bei der Ballannahme vor dessen herrlichem Tor kurzerhand zur Brust wurde:

Die Ballbehandlung mit der Brust durch den ‘inzwischen fast schon zu einem Frankfurter Urgestein mutierten Meier’ (….) hat der gute Mann jedenfalls exklusiv. Einfach mal die Zeitlupe schauen. Soll helfen, wenn man sich nicht so ganz sicher ist.

Nicht ganz sicher waren sich die Kollegen von bundesliga.de. Die rekordverdächtige Startbilanz der Eintracht (5 Siege, 1 Unentschieden sprich 16 Punkte nach 6 Spielen) hatte es von einem Aufsteiger noch nie gegeben. Oder doch?

Also der Mann am Ticker-Tableau sah das ganze so:

Aha, der FCK hatte schon einmal selbiges geschafft. Der Schreiber des Spielberichtes von selbigem Medium scheint aber nicht in den selbigen Ticker zu schauen:

16 Punkte nach 6 Spielen von einem Aufsteiger? Gab’s noch NIE! Der Ersteller der sogenannten Topdaten wiederum scheint den Spielbericht nicht zu lesen (oder aber dem Ticker zu vertrauen):

Das heißt dann wohl nicht “Zwei Stühle – Eine Meinung” sondern “Drei Reporter – Zwei Meinungen”.

Einig waren sich auf jeden Fall alle bei kicker Online. Carlos Zambrano kennt jeder, jedenfalls weiß jeder, dass er gemeint ist wenn von ‘dem Peruaner’ die Rede ist. Es kann nur einen geben.

Der Mann, der so heißt wie ein hessisches Grußwort – Guedé – nimmt also den Fuß im Zweikampf extrem hoch und foult dabei den Peruaner leicht. Auch wenn er nicht ganz getroffen hat, Rot kann man geben.

Weit und breit keine Andeutung, wer “der Peruaner” eigentlich ist. Setzen sie voraus beim kicker, und bei Spiegel Online ebenso, die nutzen den gleichen Ticker-Text. Aber müsste sich dann die Mannschaftsaufstellung nicht schlussendlich wie folgt lesen: Trapp (2,5) – S. Jung (3), der Peruaner (3,5), Anderson (3,5), Oczipka (2,5) – Schwegler (3), …..?

Sei’s drum. Apropos Spiegel Online. Die haben da das ein oder andere Statistik-Schmankerl im Angebot. Mann der Stunde? Bester Passgeber der Liga? Ganz klar – Stefano Celozzi – Mr. Hundert Prozent! Null Fehlpässe. Der Gute hat zwar erst 17 Pässe gespielt, aber die muss man auch erst einmal allesamt an den Mann bringen. Wenn man auf den ‘Flop’-Button klickt, sieht man dass beispielsweise ein Herr Schröck von 18 Bällen nur 9 zum Mitspieler brachte, ts ts ts. Und ‘unsern Celozzi’ bereitete mit einem seiner 17 Pässe sogar ein Tor vor.

Hmm. Ohne Stefano zu nahe treten zu wollen, vielleicht sollten sie beim Spiegel nochmal die Mindestanzahl von gespielten Pässen überdenken.

Zu guter letzt noch ein Nachtrag zum Dortmund-Spiel. Der Herr Klopp wurde für seine Mimik gegenüber dem 4. Offiziellen beim Auftritt seiner Borussen gegen die Eintracht mit einer saftigen Geldstrafe belegt – 6.000 Euro sollen es sein. Man kann es gut verstehen, dass er sauer wird, wenn der Gegner den hochgelobten Stil der eigenen Mannschaft fast perfekt nachspielt.

Weniger gut nachvollziehen kann man die Young Professionals, die bei dem ein oder anderen Online-Medium die Werbebanner im Umfeld der entsprechenden Meldungen platzierten. OK, sicher wird nicht zu jedem News-Update eine adäquate Werbung hervorgezaubert. Trotzdem entbehren die gezeigten Anzeigen in Kombination mit Thematik und Bebilderung nicht einer gewissen Ironie – so zum Beispiel erneut bei kicker Online:

“Hochspannung oder Volt? Sie haben die Wahl!”

Oder aber bei WAZ Online:

“DACHSCHADEN? Handwerker und Psychologen finden Sie hier.”

Liebe medialen Freunde, auch nach sechs Spieltagen verdreht die Eintracht einem immer noch den Kopf und es ist wahrlich nicht einfach, bei diesem hohen Tempo Schritt zu halten. Wie erstklassig (!) gearbeitet wird, macht euch die Diva weiterhin vor.

Scheibet euch doch einfach mal ein Schneidchen davon ab! Wink

Ihn Ihrn Schobbeblogger

Sep 22

Kratz am Kopp – was passiert da wohl in Frankfurt?

Lange ist es her, da schlich Horst Ehrmanntraut um den Busfahrer herum, machte schlechte Vibes aus und verbannte sogar Lippi Lippert zu den Amateuren – wegen kein Karma. Jetzt scheint Guru Veh eine geistige S(G)Ekte um sich versammelt zu haben, die einen wahren Spirit an den Tag legt und die Fans Dauer-Mantras singen lässt.

Was aber sagt der leidgeprüfte, verdutzte, ungläubige Anhänger dazu? Nun gut, es gibt das Leid des Leidens, das Leid der Veränderung und das Leid der Bedingtheit. Du musst den Weg gehen um vom Leiden befreit zu werden.

Und es ist wie eine Wiederauferstehung, wie ein Leben nach 1959/1960, nach den 70gern und nach den 90gern. Sind wir an der Zeit? Ist es die Wiedergeburt des schönen Spiels, des gepflegten Balls? Wir kratzen uns am Kopp, fragen uns “Wo, ja wo kommt das alles auf einmal her?”

Die Verzückung ist groß und ja, der Weg war lang. Ist es so schön, weil uns der Glauben daran fast verloren ging? Oder ist es einfach nur Fußball, einfacher Fußball? Ist es eigentlich alles ganz einfach?

Momentan schon.

Da stehen 11 auf dem Platz, und die geben Gas, zerreißen sich, haben Bock. Die hören nicht auf. Die sind nicht getrieben von Egoismus, oder schlechtem Gehalt oder besserem Gehalt anderswo. Die wollen einfach nur. Jeder. Und dann geht einer raus und ein anderer kommt rein, und der macht genau da weiter. Das haben wir lange nicht gesehen, und deswegen reiben wir uns auch in einer Tour verwundert die Augen. Wunder haben wir schon viele gesehen, kommen und gehen, aber jetzt fühlt es sich fast so an, als ob da was bleibt. Etwas, das uns keiner mehr nehmen kann. Ein Gefühl. Eine Freude, ein Stolz.

Den Weg gehen wir weiter, machen wir ja immer, aber selten war es leichter als jetzt, diesen Weg mitzugehen.

Die Buben, die Buben, die guden Buben.

Der Meister kann kommen.

Sep 20

4 Gewinnt!

Mal frankforderisch, mal frrängisch – Die Schobbeblogger-Linkliste der Woche!

Da sucht man nach Spielern, die sowohl bei der Eintracht als auch dem Glubb gespielt haben (nein, nicht Chandler) und bedient sich der neuen Medien. Da hilft man bei der Suche noch nach (z.B. ‘dieter eckstein eintracht’) – und was bekommt man? Eine Uwe Bein-Sondershow gegen einen VfB Stuttgart unter dem Gedankengefängnis-Wärter und einem verletzten Charly Körbel auf der Eintracht-Bank (auch das mit Seltensheitwert). Eckes war wohl im Kader, aber gar nicht auf’m Platz. Da aber schöner Offensivfußball gerade wieder mächtig in ist, sollte das keinem vorenthalten werden:

Und – buy one get one free – da kriegst Du doch gleich noch den Nachtrag zum letzten Sonntag mitgeliefert – ein gewisser Pokalsieg gegen einen gewissen HSV:

http://www.youtube.com/watch?v=sQfH74Z8A48&feature=related

Schee wars, damals, wie letzten Sonntag.

Was also bringt die Suche ‘jörn andersen eintracht’? Einen weiteren Klassiker. Und zwar – wer hätte es gedacht – am 21.09.1991, also am Freitag exakt 21 Jahre her: FC Bayern München gg Eintracht Frankfurt, Endstand 3:3, Torschützen Andersen (2) und Yeboah. Zwar eine vermaledeite Saison, aber schließlich schlussendlich ja erst zum Schluß.

Seht selbst:

Diverse Schobberobber (auch wenn es den EFC damals noch lange nicht gab) waren seinerzeit unter den 64.000 im altehrwürdigen Olympiastadion und genossen im Anschluss an das Spiel die ein oder andere Moaß auf dem Oktoberfest. Ja gut, äääh, das geht dann am Samstag auch wieder los. Aber lasst erstma den Glubb ozapfn.

Na und dann war da noch Sasa Ciric, aber die Suche lief ins Leere. Und Andy Köpke? Der hat seine heißen Torwart-Tricks und -Tipps doch glatt ins Netz gestellt:

Ansprache, Kamera, Soundtrack – nur so schafft man es zum Torwarttrainer in der deutschen Natze! Es gibt noch mehrere Teile, aber schaut einfach selbst (für den Fall, dass ihr wahnsinnig seid). Oder fragt Kevin Trapp, der hat die sicher alle mehrfach studiert und verinnerlicht, so wie der grade drauf ist.

Noch ein Fundstück – auch wenn es nur am Rande mit dem FCN zu tun hat – beim Heimspiel gegen die Clubberer am 15.08.09 gab es eine grandiose Choreo zum 50. Jubiläum der Meisterschaft. Gänsehaut pur:

Freuen wir uns also auf Attacki Inui gegen Hiroshi Kiyotake, auf Jung gegen Chandler, auf Trapper gegen Schäfer. Fluudlicht im Frranggenstadion, klammer Rasen, 45.000 – schön kann es in der Bundesliga sein. Ob de Loddar wohl Dobbspiel-Exberrte wirrd? Welchen sehr guten Freund hat der eigentlich in der Sky-Redaktion? Sei’s drum, man kann ja auf Stadionton umstellen, also wenn man nicht vor Ort ist und TV schaut.

Also liebe Leut – 4 gewinnt!!!

Ihne Ihrn Schobbeblogger

Sep 6

Bum-Bernd-Kun Hölzenbein-Cha

Für die Eintracht-freie Zeit ein wenig Schwelgen in alten Zeiten – anhand diverser Legenden!

Koreanische Huldigung eines Helden:

Der DFB gratuliert Holz zum 65.:

Bum Kun kann’s noch:

http://www.youtube.com/watch?v=fa2GvcomPEw

Fragebogen mit Holz:

HIGHLY RECOMMENDED: UEFA Cup 1979/80 – mit Bum & Bernd & Co.:

 

Aber nicht vergessen – die 6 Punkte waren gegen den Abstieg!

Aug 28

– – Breaking News – – Die Diva verwirrt sie alle – – Breaking News – –

Der Schobbeblogger-Pressespiegel

Manch einer im Stadion oder vorm TV rieb sich verwundert die Augen. Der Aufsteiger gegen den 5. der letzten Saison, ein Spiel auf Augenhöhe. Noch verwirrender wurde es in der 2. Halbzeit, als der Aufsteiger dem 5. der letzten Saison den Schneid abkaufte, hohes Risiko ging, spielerisch auftrumpfte und einen 2:1-Sieg einfuhr.

Auch die schreibende Zunft schien sichtlich konfus und hochgradig abgelenkt von dieser prächtigen Eintracht.

Da geht es schon bei der Zuschauerzahl los, die zugegebener Maßen diesmal schwer war. Es war ja nicht ausverkauft. Darum hier noch einmal die – nebenbei bemerkt im Stadion lauthals verkündete und am Videowürfel angezeigte – offizielle Besucherzahl: 27.950.

Die Kollegen vom Weltsender HR rundeten kurzerhand auf 28.000 auf, das sehen wir ihnen nach – vielleicht aus Missmut wegen schlechter Schiedsrichterleistungen?

Der altehrwürdige Kicker beließ es sicherheitshalber einfach bei der zugelassenen Besucherzahl:

31.500 waren zugelassen und gekommen? Waren sie nicht.

Eine interessante Rechnung machten die Berichterstatter vom Wiesbadener Kurier auf:


26.500 Karten gingen also an Eintracht-Fans, plus 1.300 an die Leverkusener, macht ganz klar 27.950. Mathe 6, setzen.

Man muss es den Kollegen nachsehen, es war ein großes Spiel, ein echtes Topspiel. Haken wir es einfach unter Klasse statt Masse ab – letztere scheint ein zu schwieriges Thema zu sein.

Die Freunde von der FR sollten wir aber noch einmal die Autogrammkarten auswendig lernen lassen und ihnen das Mannschaftsfoto unters Kopfkissen legen:

Da freut sich also Martin ‘Köpfer’ Lanig mit Stefan Aigner und Bastian Oczipka. Frage 1: Muss es dann nicht Stefan ‘Rechtsschießer’ Aigner und Bastian ‘Toreinleiter’ Oczipka heißen? Frage 2: Ist das rechts nicht eigentlich Alexander ‘Elfmeternichtbekommer’ Meier? Frage 3: Wie lange spielt der eigentlich schon in Frankfurt?

Leude, Leude. Die Diva hat wohl allen ein wenig den Kopf verdreht.

Richtig amüsant wird der Blick in den bundesliga.de-Ticker. Der gute Mann am Tableau muss besonders von unserer SGE betört gewesen sein. Aber der Reihe nach.

Die Elfmeter-Situation in der 39. Minute:

Meier fällt und zeigt zum Unverständnis der Gastgeber nicht auf den Punkt! Ist aber nicht weiter verwunderlich, denn es bringt gemeinhin wenig, wenn der gefoulte auf den Punkt zeigt. Das muss schon der Schiedsrichter machen. Also wenn es Elfmeter geben soll zumindest.

Ein fast ebenso spannendes Ereignis dann in der 88. Minute:

Kießling sieht im Luftzweikampf mit Zambrano die Gelbe Karte. Ist Herr Kinhöfer direkt der Matrix entsprungen und hat in einer einzigen körperlichen Meisterleistung das Foul im Kopfballduell erkannt, noch während die Spieler in der Luft sind abgepfiffen und dem Bayer-Stürmer die Gelbe Karte hingestreckt? So dass dieser bei der Landung bereits verwarnt war? Bei solchen Fähigkeiten unseres Freundes aus Herne hätte man aber bessere Entscheidungen im Spielverlauf erwarten dürfen.

Das Schlussfazit hat es auch in sich:

Eintracht-Trainer Veh zeigt am Ende mit den Einwechslungen von Celozzi und Veh also ein glückliches Händchen. Hat Martin Lanig kurzfristig eine Tochter unseres Trainers geheiratet und ihren Namen angenommen – und keiner wurde informiert? Oder ist Veh gar Spielertrainer, hat sich eine Langhaarperücke aufgesetzt und im Stile eines Günther Netzer selbst eingewechselt, um dann das Siegtor zu schießen?

Mer waasses net, mer mungelts nur.

Liebe Freunde, es ist noch früh in der 50. Bundesligasaison (oder ist es doch erst die 49.?) und vieles kann noch besser werden. Wie man erstklassig (!) arbeitet hat Euch die Diva vom Main am Samstag vorgemacht.

In diesem Sinne,

Ihne Ihrn Schobbeblogger

Jul 25

Schobbeblogger Experten-Tip

N’Abend allerseits.

Für alle Sommerpausen-Clowns ein Sommerpausenfüller – am 06.08.2012 findet ab 10.05 Uhr im Olympia-Stadion zu London der 100m-Hürdenlauf der Damen statt.

Mit am Start für Norwegen: Christina Vukicevic, die Herzensdame unseres neuen Abwehrrecken Vadim Demidov.

OLYMPIA-PROFIL CHRISTINA VUKICEVIC

Von wegen Norwegen? Mitnichten. Demidov im Bewegtbildbeitrag:

Eintracht-Frankfurt-und-wieder-ein-neues-Gesicht

Die Verpflichtung Demidovs war neben dem Ende von Waldi’s Kalauer-Club mit die beste Nachricht der vergangenen Tage.

Und dann ist da ja auch noch unser japanischer Messi:

Takaharashi Inamotinui – irgendwie könnte das ein Überraschungspaket sein. Kommt so schmächtig daher, kann aber ganz schön Gas geben scheinbar.

Auch ein netter Sommerpausenfüller ist der Saisonrückblick auf bundesliga.de:

VIDEO: BETRIEBSUNFALL KORRIGIERT

Alleez allleeezzz allllooooooooooooooooooo – wir vermissen es…!

Schön war auch der Balotelli vom Mo, nach der Flut an unwitzigen Photoshop-Jobs zu Balotelli via Email, Fratzenbook, blöd.de etc – größtenteils latent bis offensichtlich rassistisch – ein willkommener Abschluss dieses Posenthemas (hoffentlich).

QUATSCHKOPF MO

Wir sehen uns dann in der nächsten großen Pause.

In diesem Sinne,

Ihne Ihrn Schobbeblogger

Jul 12

I Can’t Get No Satisfaction

Hot, sticky, dirty – Die Schobbeblogger-Link-Compilation-Listen-Kombi-Charts

Am 12. Juli 1962 gaben die Stones ihr erstes Konzert im Londoner Marquee Club – Beginn einer 50-jährigen Erfolgsstory. Gibt es Parallelen zur den Flying Eagles? Natürlich. Und zwar Unmengen, auch wenn es die zu allem, jedem und noch mehr gibt – wenn man es nur will. Die Eintracht geht (nicht in ihre, aber) mit in die 50. Bundesliga-Saison (aller Zeiten). Nummer eins. Und wie oft – nach einem nervenaufreibenden SGE-Ritt im Stadion oder am Radio, TV oder Liveticker – erinnert ein Blick in den Spiegel an den aktuellen Keith Richards? 19th Nervous Breakdown? Eben.

Ein Blick in die Chart-Platzierungen der Stones wiederum macht es da noch einfacher. Das erste Spiel im Stadion, unsere SGE auf dem Rasen und wir denken Pleased To Meet You und haben Sympathy For The Devil. Mein Gott, wie oft schwanken wir mittlerweile innerhalb von 90 Minuten zwischen It’s All Over Now und Time Is on My Side? You Can’t Always Get What You Want wird zum Strohhalm des leidgeprüften Eintracht-Fans aber As Tears Go By we Paint It Black (and white) und freuen uns auf den nächsten Samstag, wenn die Wild Horses wieder losgelassen werden.

Was heißt eigentlich ‘honky-tonk’?

Die Spelunken-Frau? OK, das passt nicht.

Was aber insbesondere jetzt in der Sommerpause formidabel passt: I Can’t Get No Satisfaction. Gerade 4-0 in Gladbach gewonnen, und Sportschau, Alle Spiele Alle Tore, Sportstudio und sogar der Weltsender sind nicht genug. Abstieg? Ich will nach Braunschweig. Saison-Abschlussfeier? Wie lange bis zur Saison-Eröffnung? Die Wahrheit ist auf Vinyl, äh, auf’m Platz und nach dem Gig is vor dem Gig.

http://www.youtube.com/watch?v=CYwbkqGmeKw&feature=related

“Micro cosmic society” – auch das passt dann wieder sehr gut zum Eintracht-Universum, danke Mick.

Ja, die Diva, She’s A Rainbow.

She comes in colors ev’rywhere;
She combs her hair
She’s like a rainbow
Coming, colors in the air
everywhere
She comes in colors

Have you seen her all in gold?
Like a queen in days of old
She shoots colors all around
Like a sunset going down
Have you seen a lady fairer?

Anpfiff!

Schönes Cover, ja. Have you seen her dressed in blue? Dressed in blue ist zum Glück nur manchmal der Oka. Sieht aber auch gut aus.

Gimme Shelter flehen wir also das Waldstadion an und wagen gar nicht zu hoffen, dass wir jetzt mal 50 Jahre oben drin bleiben. Oder doch?

Also Bundesliga, Start Me Up (Start me up kick on the starter give it all you got you got you got)!

http://www.youtube.com/watch?v=5KnzHhkIHg4&feature=related

 

In diesem Sinne – It’s Only SGE But I Like It,

Ihne Ihrn Schobbeblogger

 

PS – Und für die Hartgesottenen:

38 Minuten Stones im Marquee Club 1971:

http://www.youtube.com/watch?v=3Gf-CXBCfhY&feature=related

Wann hat eigentlich Jimi Geburtstag? Ah ja, 27.11. – da könnten wir gegen Mainz spielen. Stay tuned! Jimi Hendrix with the Rolling Stones:

Jun 4

EXPRESS-Link: Interview mit dem großen Ror Wolf

Fußballdichter und Grabowski-Freund Ror Wolf war im ARD-Magazin ‘druckfrisch’ zu Gast und erzählt – wenn auch im komplett falschen Stadion – unter anderem über seine Liebe zur Eintracht. Sehr sehenswert, auch abseits der schwarzroten Inhalte. Besser beeilen, denn man weiß nicht wie lange die ARD-Mediathek dies verfügbar lässt.

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/sendung/2012/ror-wolf-die-vorzuege-der-dunkelheit-100.html

Na, und weil Sommerpause ist noch ein wenig Futter zum Thema:

EINTRACHT ERWACHE!

Wolf Wondratschek über Ror Wolf: Punkt ist Punkt. Fußball-Spiele (Spiegel 12/1971)

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43345709.html

“Die Welt ist zwar kein Fußball, aber im Fußball, das ist kein Geheimnis, findet sich eine ganze Menge Welt. Es ist eine zuweilen bizarre Welt, in der unablässig Gefühlsschübe aufeinanderprallen. Emotionen, die jederzeit in ihr Gegenteil umschlagen können: Entzücken in Entsetzen, Begeisterung in Wut, Verzweiflung wieder in Entzücken”

“Stein, Stinka, Sztany”

Kultautor Ror Wolf / Von Daniel Meuren

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,295277,00.html

(Foto-Quelle: http://www.wirklichkeitsfabrik.de/index.php/Biographie/Fotos.html)

Unter dem folgenden Link gibt es Infos zu Hörspielen von RW, und einer (Nr. 3) handelt – vielleicht ja passend zur EURO – von ‘Cordoba’ und soll, wenn man dem Link trauen kann, am 20.06.2012 um 21.30h im dortigen Live-Stream zu hören sein.

http://www.hoerdat.in-berlin.de/select.php?&bool1=and&col2=au.an&b=wolf&col3=de&c=fu%DFball

Oder aber mal wieder Youtube bemühen (man könnte auf das hinsehen verzichten, um sich das Hörspiel-Feeling zu bewahren!):

Übrigens gibt es nun laut ‘druckfrisch’ seine gesammelten Werke samt MP3-Disc im Handel. Nebst Neuauflage eines Fußballsbuch und Ersterscheinen eines Buches ohne Fußball-Bezug.

Das soll dann nun mal wieder für ein wenig Ablenkung im Sommerloch reichen – viel Spaß!